Inspirierende Einblicke in seinen Kunstraum gewährt uns Christian mit seinem Blog.


Die versteckten Chamöleons (Foto: Christian Heuer)

Er zeigt spannende Kunstprojekte – häufig inspiriert von bekannten Künstler – wie die versteckten Chamäleons nach Jackson Pollock. Eine wunderbare Ideenquelle – nicht nur für Kunstlehrer.


Ich sehe was, was du nicht siehst… (Foto: Christian Heuer )

Erzähl uns ein wenig über dich – wer bist du und was machst du?

Ich bin Christian, 30 Jahre alt, und mache gerade mein Referendariat an einer Förderschule für Sprachentwicklung. Ich habe das Unterrichtsfach Gestalten (Werken+Kunst) studiert und unterrichte momentan nur wenige Kunststunden.

In meiner Freizeit mache ich eigentlich wenig „Kunst“, mag es aber, mir neue Ideen für meine Schüler auszudenken, die natürlich auch meinen persönlichen Geschmack widerspiegeln. Ich lasse sozusagen meine Schüler für mich arbeiten… Aus Büchern zum Kunstunterricht hole ich mir dabei weniger Anregungen, vielmehr adaptiere ich Ideen direkt vom Künstler und nutze dabei viel das Internet. So kam ich auch zum Bloggen, als ich die vielen englischsprachigen Blogs bei meinen Online-Recherchen entdeckte.

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„sechzig“ nach Kandinskys „dreißig“ (Foto: Christian Heuer)

Entstanden ist der Kunstraum unter anderem aufgrund der Tatsachen, dass ich somit für mich selber meine Ideen besser strukturieren kann – Ordner liegen mir nicht so – und dass ich die vielen anderen Blogs immer im Blick habe. Dass andere davon auch profitieren können freut mich und die steigenden Besucherzahlen und netten Kommentare motivieren mich, weiter zu bloggen und neue Ideen für meinen Unterricht zu entwickeln.

Was ist dein Lieblingsprojekt mit recycelten Materialien?

Diese Frage freut mich, da ich gerade versuche meinen Gestaltenunterricht im Hinblick auf Ressourcenschonung und Kosten zu optimieren. Ich bin ja erst ein Jahr im Schuldienst und habe im letzten Jahr eher weniger recycelt. Zur Zeit stelle ich aber zum Beispiel in einer 2. Klasse einen Abfalleimer aus Altpapier her. Und in einer 3. Klasse gestalten die Schüler eine Murmelbahn aus Altpapier, Papprollen und Eisstielen. Des Weiteren sammeln die Schüler der gesamten Schule fleißig Plastikdeckel für ein Mosaik, und in einer 1. Klasse entstehen gerade Blumen aus Klopapierrollen. Ob sich aus einem der Projekte ein Lieblingsprojekt entwickelt kann ich noch nicht sagen, aber ihr könnt euch dann demnächst die Ergebnisse im Kunstraum anschauen.

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Op-Art auf Tapete (Foto: Christian Heuer)

Was ist dein Lieblingsprojekt für verregnete Herbsttage?

Ich mag es knallbunt! Und gerade im Herbst, wenn der Himmel grau ist und die Tage kürzer werden, gefällt es mir einen Kontrast zur Wirklichkeit zu schaffen. Deshalb auf jeden Fall etwas mit vielen leuchtenden Farben! Da fällt mir spontan der Künstler James Rizzi ein. Da der nächste Herbst aber der erste richtige für mich an einer Schule sein wird, wird sich noch zeigen, was konkret mein Lieblingsprojekt sein könnte.

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James Rizzi lässt die Häuser lächeln (Foto: Christian Heuer)

Was ist in deinen Augen das Wichtigste, wenn man mit Kindern arbeitet? Hast du Tipps oder Ideen, wie man Kinder begeistern kann?

Kinder kann man nicht zur Begeisterung zwingen! Es ist lediglich möglich, sie zu ermutigen und zu inspirieren. Damit Kinder sich begeistern, darf die Schule kein Ort der Angst sein. Es ist schwer für ein Kind sich für Mathe zu begeistern, wenn es merkt, dass es ständig alles falsch macht und die nächste Mathearbeit näher rückt. Aber gerade im Kunstunterricht sollte man die Kinder wissen lassen, dass es in der Kunst kein richtig oder falsch gibt! Denn nur so kann sich das volle kreative Potential bei den Kindern entfalten!

 

 

Vielen Dank für das Interview, Christian.